Die Einführung künstlicher Intelligenz (KI) gilt als bahnbrechender Faktor für Unternehmen, die Innovationen vorantreiben und ihre Abläufe optimieren wollen. Ihr Einsatz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen: Laut der McKinsey-Studie „Der Stand der KI Anfang 2024“ werden 2024 weltweit 72 % der Unternehmen diese Technologie einsetzen, verglichen mit 55 % im Jahr 2023. Doch der Weg dorthin ist nicht einfach: Für viele Führungskräfte bleibt es eine Herausforderung, zu verstehen, wo und wie diese Technologie angewendet werden soll.
„Ich sehe einen sehr starken Fokus darauf, zu verstehen, wie KI im Geschäftsleben Wirkung erzielen und den Return on Investment (ROI) messen kann“, kommentiert Tavane Gurdos, Geschäftsführerin von Alura Para Empresas. „Der Erfolg liegt nicht nur in der Einführung von KI, sondern vor allem darin, Bereiche zu identifizieren, in denen sie konkrete Auswirkungen erzielen kann. Man kann nicht alle Herausforderungen auf einmal lösen; eine strategische Bewertung ist notwendig, um signifikante Ergebnisse zu erzielen und Effizienzsteigerungen, Skalierbarkeit und Personalisierung zu erreichen“, erklärt sie.
Laut Branchenführern erfordert die optimale Nutzung des KI-Potenzials Planung, Fokussierung und eine Kultur des kontinuierlichen Lernens. Entdecken Sie im Folgenden die Geheimnisse und wichtigsten Ratschläge erfolgreicher Führungskräfte zur Anwendung von KI in ihren Unternehmen:
Tavane Gurdos, Geschäftsführer von Alura for Business
„Für Unternehmen, die Künstliche Intelligenz erfolgreich einsetzen möchten, ist es unerlässlich, genau zu verstehen, wo sie einen Mehrwert bietet. Investitionen in nicht strategische Projekte sollten vermieden werden, während gleichzeitig Bereiche mit dem größten Potenzial identifiziert werden, wie beispielsweise die Personalisierung von Kundenerlebnissen oder die Automatisierung kritischer Prozesse. Eine experimentelle Herangehensweise mit Lernzyklen, Tests und Anpassungen ist ebenso entscheidend wie Investitionen in die Schulung der Teams, um den effektiven Einsatz der Technologie zu gewährleisten. KI wird nur dann zu einem wertvollen Verbündeten, wenn die Mitarbeiter bereit sind, sie anzuwenden. Investitionen in die Teamentwicklung sind daher genauso wichtig wie Investitionen in die Technologie selbst. Es genügt nicht, KI zu implementieren; es ist notwendig, den Mitarbeitern zu vermitteln, wie sie ihr volles Potenzial ausschöpfen können“, betont Tavane.
Giulia Braghieri, Senior Director of Global B2B Business Development bei NotCo
„Der Einsatz von KI ist nicht mehr optional. Wir befinden uns inmitten einer technologischen Revolution, vergleichbar mit dem Aufkommen des Internets in den 2000er-Jahren – mit einem entscheidenden Unterschied: Die Entwicklung von KI verläuft exponentiell. Je länger ein Unternehmen diesen Schritt hinauszögert, desto größer wird der Wettbewerbsnachteil gegenüber denen, die bereits weiter fortgeschritten sind. Anfängern empfehle ich, mit kleinen Projekten und skalierbaren Tools zu beginnen. Neben der Einführung spezifischer Tools ist es wichtig, ein Umfeld zu schaffen, das KI in den Arbeitsalltag integriert und eine Unternehmenskultur mit einer KI-zentrierten Denkweise fördert. Das bedeutet, Experimente, kontinuierliches Lernen und den strategischen Einsatz von Daten zu unterstützen. Ein häufiger Fehler ist der Versuch, KI gleichzeitig unternehmensweit einzuführen, was meist zu Frustration und internem Widerstand führt. Bei NotCo beobachten wir viele Unternehmen, die noch nie mit KI gearbeitet haben und sofort eine vollständige technologische Integration anstreben – ein Ansatz, der selten funktioniert. Mein Rat: Beginnen Sie mit einem vom Unternehmen priorisierten Pilotprojekt, sammeln Sie wertvolle Erkenntnisse und skalieren Sie dann mit Zuversicht und Kontinuität“, so Giulia
Marcelo Mearim, Mitbegründer und CEO von Sofya in Brasilien.
„Aktuell zählen der Mangel an strukturierten Daten, interner Widerstand gegen Veränderungen und die Integration in bestehende Systeme zu den größten Herausforderungen bei der Einführung künstlicher Intelligenz. Um diese zu bewältigen, ist es notwendig, in die Datenstandardisierung zu investieren, Pilotprojekte mit schnellen Ergebnissen durchzuführen und eine datengetriebene Kultur mit qualifizierten und engagierten Teams aufzubauen. Darüber hinaus ist es wichtig, sich auf strategische Anwendungsfälle wie Kostenreduzierung und verbesserte Kundenerfahrung zu konzentrieren sowie Partnerschaften einzugehen und die Skalierbarkeit zu planen. Die Datenaufbereitung zu vernachlässigen oder sich auf die Technologie zu konzentrieren, ohne konkrete Probleme anzugehen, sind häufige Fehler. KI sollte strategisch eingesetzt und kontinuierlich überprüft werden“, so Mearim.
Julio Viana, Immobilienexperte und CEO von Plaza, erklärt: „Die Einführung künstlicher Intelligenz (KI) stößt nach wie vor auf Hürden, vor allem aufgrund der notwendigen Akzeptanzkurve. Diese lässt sich jedoch durch klare Kommunikation der Vorteile und das Engagement der Führungsebene auf allen Ebenen überwinden. KI sollte wie ein neuer Mitarbeiter behandelt werden, der zunächst eingearbeitet werden muss, um sich in die Unternehmensprozesse zu integrieren und innerhalb von drei bis sechs Monaten konsistentere Ergebnisse zu erzielen. Idealerweise beginnt man mit spezifischen Bereichen, bewertet die Auswirkungen und weitet die KI schrittweise aus, wobei der Fokus auf dem insgesamt positiven Nutzen liegt, selbst angesichts anfänglicher Anpassungen und Lernprozesse. Dieser strategische Ansatz maximiert den langfristigen Wert der Technologie.“



