Maggu AI, ein brasilianisches Startup, das sich auf künstliche Intelligenz im pharmazeutischen Einzelhandel spezialisiert hat, gibt eine neue Finanzierungsrunde über 22 Millionen R$ bekannt. Damit erhöht sich das seit der Gründung eingeworbene Kapital auf über 28 Millionen R$. Die Runde wurde von DGF Investimentos angeführt, mit Beteiligung von Norte Ventures, Latitud, IC Ventures und Airborne Ventures. Mit dieser Investition wird das Unternehmen nun mit 138 Millionen R$ bewertet.
Maggu wurde von Felipe Trevisan und Luiz Andrade gegründet und von Pedro Magela, Reslley Gabriel und Rérica Lins mitgegründet – Unternehmer mit Erfahrung in der Gründung und dem Verkauf von Startups an Unternehmen wie Rappi, Infracommerce und Shopper. Maggu entwickelte eine digitale Infrastruktur, die in Apothekenverwaltungssysteme integriert ist und künstliche Intelligenz nutzt, um den Schalterdienst zu unterstützen, einen der wichtigsten Momente in der Customer Journey.
In der Praxis fungiert das System als KI-gestützter Co-Pilot für das Apothekenteam, unterstützt die Entscheidungsfindung in Echtzeit am Verkaufstresen und optimiert die pharmazeutische Betreuung. Beispielsweise erhält der Mitarbeiter bei der Beratung eines Kunden mit schwerer Akne relevante Anwendungs- und Pflegehinweise – etwa zum Vermeiden von Sonneneinstrahlung und zur Verwendung geeigneter Schutzprodukte. Dies macht die Medikamentenabgabe für den Patienten sicherer und einheitlicher und kann gegebenenfalls den Verkauf von ergänzenden Produkten steigern.
In Apotheken bearbeiten die Angestellten täglich Tausende von Artikeln – verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente, Hygiene- und Kosmetikprodukte, Tests und Gesundheitsdienstleistungen – und das in einem Umfeld hoher Personalfluktuation und oft noch rein transaktionsorientierter Systeme. „Maggu wurde gegründet, um ein strukturelles Problem im pharmazeutischen Einzelhandel zu lösen: die enorme Komplexität des Kundenservice bei gleichzeitig geringer technologischer Unterstützung im Entscheidungsprozess“, so Felipe Trevisan, Gründungspartner des Unternehmens.
Der Manager hebt außerdem hervor, dass der pharmazeutische Einzelhandel in Lateinamerika einer der fragmentiertesten weltweit ist. In dieser Region konzentrieren sich rund 270.000 Apotheken, davon allein über 90.000 in Brasilien – eine höhere Zahl als beispielsweise in den USA. „Diese flächendeckende Präsenz macht die Apotheke für die Bevölkerung zur ersten Anlaufstelle im Gesundheitssystem, noch vor Kliniken oder Krankenhäusern. Gleichzeitig führt sie aber auch zu einer starken Fragmentierung des Sektors und erschwert dessen operative Skalierung“, erklärt er.
Maggu ist heute in 17.500 Apotheken über Systemintegration vertreten. Davon nutzen bereits 2.200 Apotheken die Plattform aktiv, während sich die übrigen in der technischen Aktivierungs- und Einführungsphase befinden. Das bundesweit tätige Unternehmen bedient vorwiegend unabhängige Apotheken sowie kleine und mittelständische Ketten. Maggu fungiert als integrierte Intelligenzschicht im Serviceprozess und verbessert so die Entscheidungsfindung an der Kasse und die Kundenzufriedenheit.
Die eingeworbenen Mittel werden für den Ausbau des Netzwerks integrierter Apotheken, die Weiterentwicklung des Einsatzes künstlicher Intelligenz im Kundenservice, die Stärkung der Technologie des Startups und den Ausbau des Teams verwendet. Mit über 1,6 Millionen in der Datenbank registrierten Produkten und der direkten Integration in die Betriebssysteme von Apotheken etabliert sich Maggu als unverzichtbare Infrastruktur für den brasilianischen pharmazeutischen Einzelhandel.



