Mit der Veröffentlichung von ANSI X9.150, einem neuen Standard für die Interoperabilität von QR-Code-basierten Zahlungen, hat der US-amerikanische Finanzmarkt einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung digitaler Zahlungen unternommen. Die Spezifikation wurde vom Accredited Standards Committee X9 (ASC X9), der für die technischen Standards des amerikanischen Finanzsystems zuständigen Organisation, entwickelt und etabliert einen gemeinsamen technischen Standard, der es Banken, Finanzinstituten und Zahlungsdienstleistern ermöglicht, Transaktionen interoperabel und unabhängig vom verwendeten Finanzsystem abzuwickeln.
Die Veröffentlichung des Standards erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der amerikanische Markt seine Investitionen in Echtzeitzahlungen ausweitet. Obwohl bereits Infrastrukturen wie FedNow (betrieben von der Federal Reserve) und das private RTP-Netzwerk (Real-Time Payments) existieren, arbeiten die verschiedenen Akteure im Finanzökosystem weiterhin mit unterschiedlichen Erfahrungen und Integrationsmodellen. ANSI X9.150 zielt genau darauf ab, diese Fragmentierung zu reduzieren, indem es eine gemeinsame Grundlage für den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Zahlungslösungen definiert. In der Praxis ermöglicht der Standard, dass per QR-Code initiierte Zahlungen von verschiedenen Finanzinstituten und Anwendungen verarbeitet werden und gleichzeitig ein einheitliches Erlebnis für Verbraucher und Händler gewährleistet ist. Dadurch kommunizieren unterschiedliche Lösungen über denselben technischen Standard miteinander, was Integrationsbarrieren abbaut und den Zahlungsvorgang vereinfacht.
Für die brasilianische Bevölkerung ist diese Herausforderung nichts Neues. Vor der Konsolidierung durch Pix nutzten verschiedene Apps und Plattformen ihre eigenen Zahlungscodes, die nicht immer untereinander kompatibel waren. Man war daher oft auf die vom jeweiligen Geschäft verwendete Lösung angewiesen, um einen Kauf abzuschließen. Mit der Konsolidierung durch Pix änderte sich dies, da Verbraucher nun ihre bevorzugte App in jedem kompatiblen Geschäft nutzen konnten. Trotz der Unterschiede zwischen den beiden Märkten zielt ANSI X9.150 darauf ab, eine ähnliche Herausforderung in den Vereinigten Staaten zu bewältigen, indem die Interoperabilität zwischen verschiedenen Akteuren des Finanzsystems erweitert wird.
In diesem Kontext trug das brasilianische Unternehmen Matera zur Entwicklung der Spezifikation bei. Die für die Erstellung des Standards zuständige X9-Arbeitsgruppe wurde von Sarah Hoisington, Geschäftsführerin von Matera Nordamerika, geleitet. Sie brachte Vertreter von Banken, Finanzinstituten und Technologieunternehmen zusammen, um einen gemeinsamen Standard für diese Zahlungsmethode zu definieren. „Der amerikanische Markt vereint verschiedene Zahlungsinfrastrukturen, die sich über die Jahre unabhängig voneinander entwickelt haben. ANSI X9.150 schafft eine gemeinsame Sprache zwischen diesen Systemen, reduziert Integrationsbarrieren und ermöglicht die Interoperabilität neuer Lösungen von Anfang an. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung der Vernetzung verschiedener Akteure im Finanzmarkt“, so Sarah Hoisington.
Für Carlos Netto, CEO von Matera, beweist die Veröffentlichung des Standards, dass Interoperabilität kein rein lokales Thema mehr ist, sondern zu einer der tragenden Säulen der Entwicklung digitaler Zahlungen in verschiedenen Märkten geworden ist. „Brasilien hat gezeigt, dass Interoperabilität weit mehr als nur eine technologische Frage ist. Sie vereinfacht die Nutzererfahrung, erweitert die Innovationsmöglichkeiten und schafft ein effizienteres Umfeld für Verbraucher, Finanzinstitute und Technologieunternehmen. Dass die gesammelten Erfahrungen auf dem brasilianischen Markt zur Entwicklung eines internationalen Standards beitragen, unterstreicht, dass dies eine Herausforderung ist, die viele Länder betrifft, und dass die Zusammenarbeit zwischen Markt, Industrie und Normungsorganisationen für die Weiterentwicklung digitaler Zahlungen immer wichtiger wird“, betont der Geschäftsführer.
Die Veröffentlichung von ANSI X9.150 ist ein weiterer Schritt der Finanzbranche hin zu einem interoperableren Zahlungsverkehrssystem. Durch die Standardisierung des Informationsaustauschs zwischen verschiedenen Marktteilnehmern reduziert die Spezifikation die Komplexität von Integrationen, erleichtert die Entwicklung neuer Lösungen und schafft die Voraussetzungen für Innovationen auf gemeinsamer Basis. Für Matera stärkt die Teilnahme an diesem Prozess die internationale Präsenz des Unternehmens bei der Entwicklung technologischer Lösungen für den Finanzmarkt und zeigt, wie die in einem der weltweit fortschrittlichsten Zahlungsverkehrssysteme gesammelte Erfahrung zu strategischen Initiativen in anderen Märkten beigetragen hat.



