Angesichts der bevorstehenden Karnevalsfeiertage steigt die Alarmbereitschaft in Unternehmen, die während dieser Zeit durchgehend arbeiten: Es geht um das berüchtigte ärztliche Attest, das in vielen Betrieben vor langen Wochenenden wie Karneval, Weihnachten und Neujahr häufig benötigt wird. Dieser Trend hat Bedenken hinsichtlich möglicher Betrugsfälle und der Auswirkungen auf die Produktivität der Unternehmen hervorgerufen.
Kürzlich erregte ein Fall vor dem Obersten Arbeitsgericht (TST) Aufsehen. Ein Metallarbeiter wurde fristlos gekündigt, nachdem er 18 ärztliche Atteste vorgelegt hatte, die jeweils zwei Tage gültig waren und stets auf den Vorabend von Feiertagen fielen. Die Atteste stammten von einem Arzt, gegen den wegen Betrugs ermittelt wurde. Die 3. Kammer des TST bestätigte die Kündigung und wies auf die Unregelmäßigkeit der vorgelegten Atteste hin.
Der Arbeitsrechtsexperte Eduardo Calixto betont, dass die Vorlage gefälschter ärztlicher Atteste das notwendige Vertrauen im Arbeitsverhältnis untergräbt und eine fristlose Kündigung rechtfertigen kann. Er weist darauf hin, dass Unternehmen auf verdächtige Muster achten sollten, beispielsweise auf die Häufigkeit von Attesten in der Vorweihnachtszeit, aber nicht ausschließlich in dieser Zeit.
„Es ist unerlässlich, dass die Personalabteilung klare Richtlinien für die Überprüfung von ärztlichen Attesten einführt und gegebenenfalls Nachforschungen anstellt, um die Echtheit der eingereichten Dokumente zu bestätigen“, rät der Anwalt.
Calixto betont zudem die Wichtigkeit von Sensibilisierungsprogrammen für Mitarbeiter hinsichtlich der rechtlichen und beruflichen Konsequenzen der Einreichung falscher ärztlicher Atteste. „Information und Transparenz sind unerlässlich, um solches Verhalten zu verhindern und ein gesundes und vertrauensvolles Arbeitsumfeld zu erhalten.“.
In Videos wird erklärt, wie man ärztliche Atteste erhält
Kürzlich ging ein Video im Internet viral, in dem eine Visagistin einen ungewöhnlichen Trick vorstellte, mit dem man sich ein ärztliches Attest ausstellen lassen kann, ohne krank zu sein. In dem Video demonstriert sie, wie man allein mit Make-up falsche Verletzungen erzeugt und so eine schwere Infektion an der Hand simuliert.
Geschickt nutzt sie Lidschatten, Foundation und andere Produkte, um einen realistischen „Pickel“-Effekt auf der Haut zu erzeugen. Das Ergebnis ist beeindruckend und kann selbst flüchtige Betrachter täuschen. Laut ihren Angaben wurde die Technik in einer Beratung getestet, für die sie problemlos ein ärztliches Attest erhielt.
Der Anwalt warnt davor, dass dem Arbeitnehmer im Falle einer Falschdarstellung des Zertifikats neben arbeitsrechtlichen Sanktionen auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.
„Neben den arbeitsrechtlichen Folgen drohen dem Arbeitnehmer auch strafrechtliche Sanktionen. Artikel 297 des brasilianischen Strafgesetzbuches stuft die Fälschung öffentlicher Dokumente, einschließlich ärztlicher Atteste, als Straftat ein, die mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis sechs Jahren sowie einer Geldstrafe geahndet wird, was die Schwere des Sachverhalts verdeutlicht“, schließt er.



