Das einzelne Distributionszentrum, das viele Jahre lang die Grundlage der Logistikabläufe eines Großteils des Einzelhandelssektors bildete, ist nicht mehr die einzige Antwort auf einen zunehmend digitalen, regionalisierten und von Lieferzeiten abhängigen Markt. Mit der Weiterentwicklung von E-Commerce und Omnichannel begannen Unternehmen, die Art und Weise, wie sie ihre Lagerbestände positionieren, zu überdenken und konzentrierten Modelle durch flexiblere Netzwerke zu ersetzen, die aus regionalen Vertriebszentren, Logistikzentren und physischen Geschäften, die als Versandstellen dienen, bestehen.
Diese Transformation ist eine Reaktion auf ein verändertes Verbraucherverhalten, dessen Kaufprozess nicht mehr linear verläuft, sondern über verschiedene Kanäle verläuft. Laut der Studie Mapa da Busca no Brasil 2026 von Optimiza Marketing in Zusammenarbeit mit AB Pesquisas werden 89,8% der Suchen nach Produkten und Dienstleistungen auf Smartphones durchgeführt. Die Entdeckung erfolgt verteilt über Marktplätze, Suchmaschinen, soziale Netzwerke und markeneigene Kanäle, während 461 TP3T der Online-Käufe auf Marktplätzen, 25,71 TP3T auf markeneigenen Websites und Apps und 10,11 TP3T über WhatsApp Commerce getätigt werden. Für Einzelhändler bedeutet dies, Verbraucher zu bedienen, die sich über mehrere Kanäle bewegen und unabhängig von der Herkunft der Bestellung die gleiche Agilität erwarten, und die Logistikintegration zu einem wesentlichen Faktor für die Aufrechterhaltung dieses Erlebnisses zu machen.
Daher gewann die Dezentralisierung der Bestände an Bedeutung. Anstatt dafür zu sorgen, dass alle Bestellungen über eine einzige Struktur erfolgen, begannen Einzelhändler, Produkte an verschiedenen strategischen Punkten zu verteilen und so den Lagerbestand näher an den Endverbraucher zu bringen. Diese Strategie reduziert die zurückgelegte Distanz auf der letzten Meile, erhöht die betriebliche Flexibilität und verbessert die Fähigkeit, zugesagte Termine einzuhalten.
Ein Beispiel für diese Entwicklung sind Modelle wie „Ship from Store“, bei dem physische Lagerbestände zur Erfüllung digitaler Bestellungen genutzt werden. Durch die Umwandlung von Filialen in Versandstellen erweitern Händler ihre Servicekapazitäten, ohne ausschließlich auf den Ausbau großer Logistikstrukturen zu setzen. Die Strategie ermöglicht zudem eine bessere Nutzung bestehender Vermögenswerte, insbesondere in Kategorien, in denen Verfügbarkeit und Geschwindigkeit direkten Einfluss auf die Kaufentscheidung haben, wie z. B. Mode, Schönheit und Kosmetik, Apotheken, Supermärkte, Lebensmittel, Haustiere und Elektronik.
Die Streuung der Lagerbestände kann zu erheblichen Zeit-, Kosten- und Kundenerlebnisgewinnen führen, erfordert jedoch einen viel stärker integrierten Betrieb. Mehrere Lagerstandorte bedeuten nicht automatisch eine effizientere Logistik. Es ist notwendig, die Transparenz der Produktverfügbarkeit zu gewährleisten, Vertriebskanäle zu integrieren und in Echtzeit den am besten geeigneten Ausgangspunkt für jede Bestellung zu definieren.
Daher beginnt die Technologie in diesem Prozess eine zentrale Rolle zu spielen. Betriebe mit mehreren Vertriebszentren, Dark Stores und Geschäften, die als Hubs fungieren, benötigen Plattformen, die in der Lage sind, zu erkennen, wo das Produkt verfügbar ist, den Versand zu steuern und die letzte Meile unter Berücksichtigung von Faktoren wie Termin, Entfernung und Betriebskapazität zu organisieren. Ohne diese Intelligenz kann die Dezentralisierung die Komplexität erhöhen, fragmentierte Bestände erzeugen und die Effizienz beeinträchtigen.
Eine der größten Herausforderungen dieses Modells besteht darin, die verschiedenen Lagerstellen präzise auf ein koordiniertes Handeln vorzubereiten. Laut McKinsey arbeiten traditionelle Vertriebszentren normalerweise mit Genauigkeitswerten von mehr als 99,51 TP3T, während physische Geschäfte typischerweise Raten zwischen 701 TP3T und 901 TP3T aufweisen. Die Daten zeigen, dass zur Umwandlung von Filialen in effiziente Versandzentren Investitionen in Prozesse, Technologie und Schulung erforderlich sind, um sicherzustellen, dass der Betrieb die vom Verbraucher erwartete Qualität beibehält.
Die Strategie variiert auch je nach Größe der Unternehmen. Große Ketten haben Kombinationen aus regionalen Vertriebszentren, städtischen Hubs und physischen Geschäften als Servicepunkte eingeführt. Mittelständische Einzelhändler agieren tendenziell langsamer, indem sie bestehende Strukturen nutzen und auf spezialisierte Partner zurückgreifen, um ihre Logistikkapazitäten zu erweitern, ohne unbedingt große Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen.
Die Bewegung bedeutet nicht das Verschwinden großer Vertriebszentren. Sie werden weiterhin eine wichtige Rolle bei der Lieferung, Konsolidierung von Produkten und der Organisation von Abläufen spielen. Der Wandel liegt in der Art und Weise, wie sie Teil eines größeren Netzwerks werden, das durch Technologie verbunden ist und aus verschiedenen Ausgangspunkten besteht, die den Verbraucher schneller und effizienter bedienen können.
Dies ist ein Trend, der sich in den kommenden Jahren mit dem Wachstum des E-Commerce in Brasilien voraussichtlich verstärken wird. Nach Angaben des brasilianischen Verbandes für künstliche Intelligenz und E-Commerce (ABIACOM) wird der brasilianische Markt für diesen Sektor voraussichtlich von 259,08 Milliarden R$ im Jahr 2026 auf 379,31 Milliarden R$ im Jahr 2030 wachsen, was die Nachfrage nach umfassenderen Betrieben erhöht, die auf verschiedene Kauf- und Lieferformate vorbereitet sind.
In der Zukunft der Einzelhandelslogistik wird nicht mehr das einzelne Vertriebszentrum der absolute Protagonist sein, sondern Teil eines Logistik-Ökosystems, das vernetzter, flexibler und auf neue Verbrauchererwartungen vorbereitet ist.
*Norton Canali ist kaufmännischer Leiter bei EuEntrego.com, einem Logtech-Unternehmen, das Einzelhändler mit dem größten Netzwerk unabhängiger Zusteller in Brasilien verbindet. – E-Mail: euentrego@nbpress.com.br.



