Der Einfluss von Content-Erstellern auf die Kaufentscheidungen brasilianischer Konsumenten ist weiterhin hoch. Laut der Studie „The Effect of Influence on Consumption 2026“, die von YouPix in Zusammenarbeit mit Nielsen durchgeführt wurde, haben bereits 81 % der Konsumenten ein von einem Influencer empfohlenes Produkt gekauft – ein höherer Wert als die 80 % im Vorjahr.
Dieses Verhalten zeigt sich konsistent in verschiedenen Zielgruppen: 83 % der Frauen, 77 % der Männer, 82 % der Befragten zwischen 18 und 34 Jahren und 79 % der über 35-Jährigen geben an, bereits aufgrund von Empfehlungen anderer einen Kauf getätigt zu haben. Die Studie zeigt außerdem, dass 7 von 10 Konsumenten angeben, dass ein Influencer ihre Kaufentscheidung beeinflusst hat. Auf einer Skala von 0 bis 10 vergaben 40 % der Befragten für diesen Einfluss Werte zwischen 7 und 8, während 33 % Werte zwischen 9 und 10 vergaben, was als Gesamteinfluss auf die Entscheidung gewertet wird.
Laut Fabio Gonçalves, der seit über einem Jahrzehnt im Influencer-Marketing tätig ist und als Talent Director bei Viral Nation arbeitet, zeigen die Daten, dass Influencer sich weiterentwickelt haben und nicht mehr nur informative Inhalte im Rahmen von Kampagnen bereitstellen.
„Lange Zeit galten Influencer als Personen, die Marken zu mehr Sichtbarkeit verhalfen. Diese Studie zeigt jedoch, dass sie sich nun in einer deutlich entscheidenderen Phase befinden. Wenn 81 % der Konsumenten angeben, bereits ein von einem Influencer empfohlenes Produkt gekauft zu haben, sprechen wir von Einfluss als fest etabliertem Verhalten und nicht mehr von einem Trend oder einer riskanten Marktstrategie“, erklärt er.
Laut dem Manager unterstreichen die Daten auch einen wichtigen Paradigmenwechsel in der strategischen Planung von Marken. Während Influencer-Marketing früher als Medienunterstützung oder Kampagnenergänzung betrachtet wurde, hat es heute einen direkten Einfluss auf die Steigerung von Nachfrage und Konversionsrate.
„Der Content-Creator verstärkt nicht einfach nur eine bereits bestehende Botschaft. Er integriert das Produkt in den Alltag der Zielgruppe, demonstriert dessen praktischen Nutzen, schafft Identifikation und verringert die Distanz zwischen Marke und Konsument. Das ist die wahre Macht des Influencer-Marketings, denn sie entsteht innerhalb einer bereits bestehenden Vertrauensbeziehung zwischen Creator und Community“, erklärt er.
Laut Gonçalves erfordert die zunehmende Reife des Sektors auch, dass Marken Influencer nicht länger ausschließlich anhand der Anzahl ihrer Follower oder ihres Engagements bewerten. Da Einfluss immer stärker mit Kaufentscheidungen verknüpft ist, gewinnen Kriterien wie Glaubwürdigkeit, Nische, Kontext, Reputation und die Kohärenz zwischen Influencer und Produkt an Bedeutung.
Laut dem Experten muss die Talentauswahl zunehmend strategisch erfolgen: „Es bringt nichts, nur auf die Reichweite zu achten, wenn die Person keine echte Verbindung zum Produkt oder zur Zielgruppe hat. Der effektivste Einfluss ist derjenige, der für die Follower des Influencers nachvollziehbar ist. Das erhöht auch die Verantwortung der Talente selbst, die die Marken, mit denen sie zusammenarbeiten, sorgfältig auswählen müssen“, so seine Einschätzung.
Dieser wachsende Trend verändert auch die Rolle von Agenturen und Agenten. Die Vermittlung zwischen Marken und Kreativen beschränkt sich nicht mehr nur auf kommerzielle Verhandlungen, sondern umfasst auch die Auswahl von Inhalten, Zielgruppenanalysen, Reputationsanalysen und den Aufbau beständigerer Partnerschaften.
„Der Markt tritt in eine Phase ein, in der Einflussnahme methodischer betrachtet werden muss. Wir bei Viral Nation beobachten diese Entwicklung mit Fokus auf Professionalisierung: Daten, Markensicherheit, sorgfältige Auswahl von Talenten und Partnerschaften, die für Marken, Kreative und Konsumenten gleichermaßen vorteilhaft sind. Wenn die Empfehlung eines Influencers einen Kauf direkt beeinflusst, muss das gesamte Ökosystem strategischer und verantwortungsvoller agieren“, so sein Fazit.



