Die brasilianische Bundesregierung hat einen Plan zur Förderung von Unternehmerinnen ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts arbeitet ein Komitee mit Vertretern aus neun Ministerien, Finanzinstitutionen, Sebrae (dem brasilianischen Förderdienst für Kleinst- und Kleinunternehmen) und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Ziel ist es, Einkommen, Produktivität und Nachhaltigkeit von Unternehmen unter weiblicher Führung zu steigern.
Unternehmertum bedeutet jedoch mehr als nur die Gründung eines Unternehmens. Es geht auch darum, Chancen zu schaffen. Die Regierung kann durch dieses Projekt einen Mehrwert generieren, muss aber gleichzeitig die zu definierenden Ziele im Auge behalten. Für ein effektives und nachhaltiges Programm ist es unerlässlich, Strategien umzusetzen, die ein Umfeld für Wirtschaftswachstum schaffen – nicht nur für Unternehmerinnen, sondern für das gesamte Land.
Investitionsfonds und Bürokratieabbau
Aktuell bestehen zahlreiche steuerliche, bürokratische und rechtliche Hürden. Auch der Zugang zu Krediten und Investitionen gestaltet sich schwierig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt eine Unternehmerin Marktzugang, um Kunden zu gewinnen und zu binden. Daher ist es notwendig, den Zugang zu Krediten zu erleichtern und beispielsweise Hürden wie hohe Zinsen abzubauen.
Rechtlicher Zugang
Rechtliche Unterstützung ist für das Wachstum und den Erfolg eines Unternehmens unerlässlich. Daher sollte die Regierung ein günstiges Umfeld für Unternehmerinnen schaffen und neben der Bereitstellung von Unterstützung auch die Registrierung bei Handelsregistern, im Bereich des geistigen Eigentums und bei Verträgen vereinfachen.
Unternehmerkultur
Um die Kultur und die Werte des Unternehmertums zu fördern, ist es notwendig, in Kampagnen zu investieren, die Frauen dazu ermutigen, sich selbst als Unternehmerinnen und wichtige Akteure im Ökosystem zu sehen. Verhaltensänderungen müssen dabei die Grundlage bilden. Wie lässt sich das erreichen? Indem man Erfolgsgeschichten von Unternehmerinnen veröffentlicht, Veranstaltungen und Konferenzen zur Förderung des Unternehmertums organisiert und Aufklärungskampagnen zu diesem Thema verstärkt.
Bildung, Ausbildung und Innovation
Um den Erfolg und die Kontinuität des Projekts zu gewährleisten, müssen Unternehmerinnen geschult werden. Investitionen in eine umfassende Aus- und Weiterbildung, die alle Aspekte einer erfolgreichen Unternehmensführung abdeckt – von Marketing bis Technologie –, sind unerlässlich. Auch Innovationsanreize, wie beispielsweise Forschungs- und Entwicklungsförderung durch die Bundesregierung, spielen eine entscheidende Rolle. Diese Maßnahmen geben den Unternehmerinnen die nötigen Ressourcen, um ihr Unternehmen robust und nachhaltig zu gestalten.
Vernetzung und Zusammenarbeit
Unternehmerinnen müssen die Bedeutung von Netzwerken und dem Austausch mit anderen Unternehmerinnen, Investoren und Expertinnen erkennen. Zu diesem Zweck kann und sollte die Bundesregierung beispielsweise Möglichkeiten für Treffen und Diskussionsgruppen schaffen. Eine weitere Option ist die Gewährleistung des Zugangs zu Mentoring- und Weiterbildungsprogrammen von Unternehmen der Privatwirtschaft.



